RTL-Doku "Teenager außer Kontrolle"

"Teenager außer Kontrolle" - 4. Staffel, Februar 2010

Auch dieses Jahr haben sich 6 schwererziehbare Jugendliche in den Wilden Westen aufgemacht, um mit Hilfe von Annegret Noble und ihrem Team ihr Leben unter die Lupe zu nehmen und wieder auf den rechten Weg zu bringen.

In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass es für die Jugendlichen oft schwer ist, das im Therapieprogramm Gelernte auch zu Hause umzusetzen.
Um ihnen dieses Jahr bei diesem Übergang zu helfen, haben sich die Eltern einem eigenen Programm unterzogen. Auch sie haben mehrere Wochen in der Wildnis verbracht und dort ihre eigene Therapie gemacht.
Erst dann sind sie für eine gemeinsame Familientherapie auf die Jugendlichen getroffen.

Die Jugendlichen wandern dieses Jahr durch das weltbekannte Monument Valley, treffen auf Wölfe, raften auf dem Arkansas River und lernen in South Dakota indianische Traditionen kennen.
Es gibt viele spannende Momente, in denen die Jugendlichen und die Eltern sich mit sich selbst und der atemberaubenden Natur, die sie umgibt, auseinandersetzen.

Wie funktionieren diese Therapieprogramme? Was sind die wesentlichen Aspekte?

Die Jugendlichen lassen die Ablenkungen ihres täglichen Lebens zurück und konzentrieren sich auf sich selbst, ihre Gedanken und Gefühle, ihre Vergangenheit und ihre Pläne für die Zukunft. In den ersten Tagen verbringen die Jugendlichen viel Zeit alleine und in Stille. Sie machen sich viele Gedanken über ihr Leben, ihre Entscheidungen und die Konsequenzen dieser Entscheidungen. Ausserdem bewegen sich die Jugendlichen jeden Tag, sie nehmen gesundes Essen zu sich, und ihre Körper haben die Gelegenheit, sich vom Drogen-, Alkohol- und Zigarettenkonsum zu erholen. Nachdem die Jugendlichen sich selbst näher gekommen sind, arbeiten sie daran, Beziehungen aufzubauen und zu verbessern. Sie nehmen an verschiedenen Aktivitäten teil, die oft die Zusammenarbeit mit anderen erfordern. Sie klettern, reiten, raften, wandern und leisten gemeinnützige Arbeit. Sie lernen neue Fähigkeiten, stellen sich vielen Herausforderungen und erleben Erfolge, die ihnen ein positives Selbstwertgefühl vermitteln. Sie lernen auch, was es bedeutet mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten und voneinander abhängig zu sein.

Was soll mit der Therapie bewirkt werden?

Die Therapie hilft den Jugendlichen zu erkennen, dass ihr Verhalten Konsequenzen hat und dass sie diese Konsequenzen kontrollieren können. Was hat zu einer schlechten Beziehung mit den Eltern geführt? Warum hatten sie ständig Probleme mit der Polizei? Warum gingen sie nicht in die Schule? Wenn sie über diese Fragen nachdenken und aufhören die Schuld für ihre Probleme bei den Eltern, den Lehrern oder der Polizei zu suchen, dann können sie ihr Leben verändern.  Dann sagen Jugendliche: "Ich will lernen, meine Wut unter Kontrolle zu haben. Ich will eine bessere Beziehung zu meinen Eltern und Geschwistern haben." Oder: "Ich will aufhören zu trinken oder Drogen zu nehmen, weil mir eine Ausbildung doch wichtiger ist." Die Therapeuten und Betreuer helfen den Jugendlichen dann, Wege zu finden, genau das zu tun. Das zweite Ziel ist es, den Jugendlichen die Fähigkeiten beizubringen, die sie brauchen, um diese neuen Ziele auch erreichen zu können. Sie lernen, Gefühle zu erkennen und auszudrücken. Sie lernen, mit ihren Eltern über Probleme zu reden und die Beziehung zu verbessern. Sie lernen, dass sie auch ohne Drogen und Alkohol Spaß haben können. Sie lernen, dass Probleme ohne Gewalt gelöst werden können.
Drittens hoffen wir, dass die Jugendlichen sich den Herausforderungen des Lebens in der Natur stellen, Erfolge feiern und damit ein positives Selbstwertgefühl entwickeln. Wenn Jugendliche das Gefühl haben, ich bin jemand und ich kann was, dann ist es einfacher für sie, sich mit den oft traumatischen Ereignissen ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Welche Maßnahme der Therapie ist besonders erfolgreich?

Die Auseinandersetzung mit der Natur und das damit verbundene einfache Leben stehen im Mittelpunkt der Therapie. Da die Jugendlichen sich keine Gedanken darüber machen müssen, wie sie aussehen, was sie anziehen, was für Musik sie hören, welchen Film sie  ansehen, und wo sie Drogen herbekommen, haben sie auf einmal Zeit, sich auf das zu besinnen, was im Leben wirklich wichtig ist. In der Erlebnistherapie veranschaulicht man durch Aktivitäten gezielt Probleme, Lösungen und Gedankengänge. Anstatt nur über Vertrauen zu reden, erfahren die Jugendlichen am eigenen Leibe, was es bedeutet, sich blind fallen zu lassen und darauf zu vertrauen, dass die anderen sie auffangen. Ein anderer ganz wichtiger Teil der Therapie ist die Arbeit mit den Eltern. Wenn sich die Jugendlichen verändern und dann nach Hause zurückkehren, ohne dass sich etwas in ihrem Umfeld verändert hat, ist es fast unmöglich, nicht rückfällig zu werden. Je mehr die Eltern lernen, verstehen, und verändern, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Jugendlichen auch “verändert bleiben.” In der 4. Staffel werden die Eltern deshalb ganz bewusst noch mehr in die Therapie einbezogen als zuvor.

Die gesamte Therapie wird gefilmt. Beeinflusst das Teenager und Betreuer?

Therapie ist immer situationsgebunden. Das Wetter beeinflusst die Therapie. Die Jahreszeit beeinflusst die Therapie. Die Persönlichkeit der Therapeuten beeinflusst die Therapie. Ja, die Tatsache, dass die Therapie gefilmt wird, ist ein weiterer Faktor, der die Therapie beeinflusst. Und das ist weder gut noch schlecht, sondern einfach nur eine Tatsache.

Gibt es Situationen in der Therapie, bei denen die Kamera nicht dabei sein darf?

Bei Gesprächen, die aus therapeutischen Gründen vertraulich sind, so wie bei Gesprächen über Missbrauch oder andere traumatische Erfahrungen, werden die Kameraleute oft gebeten, nicht zu filmen.

Wie groß ist erfahrungsgemäß die Chance, dass die Teenager durch die Therapie ihre Probleme dauerhaft in den Griff kriegen?

Schwer zu sagen. Die meisten Jugendlichen gewinnen durch die Therapie genug Abstand von ihrem "alten" Leben, um zu erkennen, dass sie langfristig etwas verändern wollen. Manchmal ist das schwerer umzusetzen als sie dachten und sie werden rückfällig, aber normalerweise haben sie genug gelernt, um schnell wieder auf ihre neuen Ziele hinzuarbeiten. Natürlich werden die Jugendlichen auch nach der Therapie noch mit ihren Eltern streiten und Probleme haben. Aber sie verstehen, dass ihr Verhalten Konsequenzen hat, und denken darum oft erst darüber nach, ob es die Konsequenzen wirklich wert sind, bevor sie wieder trinken, Drogen nehmen, sich schlagen oder die Schule schwänzen. Manchmal verändern sich auch nur die Eltern. Sie fangen an, anders auf das Verhalten der Jugendlichen zu reagieren. Sie werden gelassener und ruhiger. Dadurch verändern sich die Beziehungen und die Stimmung in der Familie. Manchmal führt das dazu, dass ein Jugendlicher gebeten wird auszuziehen, damit Eltern und Geschwister weniger von seinem negativen Verhalten beeinflusst werden. In gewissem Sinn ist auch das ein Therapieerfolg.

Haben Sie nach den acht Wochen Therapie noch Kontakt zu Familien und Teenagern? Gibt es eine Nachbetreuung?

Ich halte durch Telefonate und emails Kontakt mit den Familien, aber wir empfehlen immer, dass sie sich auch zu Hause Unterstützung besorgen. Das kann durch das örtliche Jugendamt sein, das kann ein privater Therapeut sein, das kann eine Jugendhilfe-Organisation sein. Wir geben Anstösse und Empfehlungen, aber letztendlich ist jede Familie selbst dafür verantwortlich, was nach dem Programm passiert und wie sie das Gelernte integriert.

Haben Sie noch Kontakt zu den Teenagern?
Wie geht es den Jugendlichen heute?

Manche der Jugendlichen und Eltern halten mich durch emails auf dem Laufenden. Viele haben ihr Leben in den Griff bekommen, einige arbeiten auch weiterhin daran. Einige Jugendliche haben Berichte darüber geschrieben, wie es ihnen ergangen ist. Diese sind im Buch zur Sendung veröffentlicht.

Nominiert für den
deutschen Fernsehpreis 2008!

Die 2.Staffel "Teenager außer Kontrolle - Letzter Ausweg Wilder Westen" wurde für den deutschen Fernsehpreis 2008 in der Kategorie Beste Reality-Sendung nominiert! Im Rahmen eines feierlichen Empfangs hat die Jury die Nominierungen für den 10. DEUTSCHEN FERNSEHPREIS bekannt geben. Am 11. Oktober fand die Preisverleihung im Kölner Coloneum statt.

Teenager außer Kontrolle
4. Staffel - Februar 2010

Im Februar 2010 startete die 4.Staffel von "Teenager außer Kontrolle" mit Annegret Noble als Cheftherapeutin:

Auch dieses Jahr haben sich 6 schwererziehbare Jugendliche in den Wilden Westen aufgemacht, um mit Hilfe von Annegret Noble und ihrem Team ihr Leben unter die Lupe zu nehmen und wieder auf den rechten Weg zu bringen. Dieses Mal werden auch die Eltern stark in die Therapie mit eingebunden.